Psychotherapeutische Praxis Jörg Stenzel
Psychotherapeutische PraxisJörg Stenzel
Was verstehe ich unter einer Psychotherapie?

Psychische Krisen und seelisches Leid gehören zum Leben dazu - keiner ist immer nur "gut drauf" oder "sorgenfrei", auch wenn unsere Gesellschaft dies manchmal zu vermitteln scheint und wir dies in der Werbung ständig als höchstes Ziel vorgespielt bekommen. Viele Probleme lösen sich von selber mit der Zeit ("die Zeit heilt alle Wunden" oder "kommt Zeit kommt Rat"). Auch der Austausch mit Familienangehörigen, Freunden oder Mitbetroffenen (z.B. in Selbsthilfegruppen) vermag oft Schmerz und Leid zu reduzieren oder gar zu beheben ("geteiltes Leid ist halbes Leid"). Manchmal gibt es aber Leidenszustände, die sich über lange Zeit erstrecken, die sich sogar eher noch vertiefen und chronifizieren denn bessern und bei denen auch die Mitmenschen an ihre Grenzen stoßen und sich mit der Zeit immer mehr zurückziehen. Die Ursachen solcher tiefgehenden Probleme können vielfältig sein und bestehen auch meist aus einem Zusammentreffen mehrerer gleichzeitiger Faktoren: genetische Variablen, ungünstige Vorbilder und Prägungen in Kindheit und Jugendzeit, äußere Faktoren wie Verluste, Krankheit oder persönliche wie gesellschaftliche Katastrophen, oder auch eine innere hohe Feinfühligkeit und Verletzbarkeit, etc. In solchen Fällen können sich psychische Störungen entwickeln.

Beim Vorhandensein einer psychischen Störung versagen häufig die eigenen natürlichen wie auch die sozialen Hilfsstrategien. Hier bedarf es professioneller und erfahrener Hilfe, und dies kann (neben Beratungsangeboten und medizinischer Hilfe) eine Psychotherapie sein.

Psychotherapie (von griechisch ψυχή psychḗ ‚Atem, Hauch, Seele‘ und θεραπεύειν therapeúein ‚pflegen, sorgen‘) ist das gezielte Behandeln einer psychischen Erkrankung, psychischer Folgen körperlicher Erkrankungen oder von Problemen der Lebensführung mit Hilfe verbaler Interventionen, d.h. mit Worten, auf der Grundlage einer professionellen Beziehung (also nicht "Freund" sondern "Helfer"). Wichtig ist hierbei, dass wissenschaftlich anerkannte Verfahren benutzt werden, die eine allgemein gültige Theorie zur Entstehung, Aufrechterhaltung und Behandlung von den Störungen haben und deren Wirkung sich in zahlreichen objektiven Untersuchungen bestätigt hat. Obwohl es zahlreiche therapeutische Techniken und Verfahren gibt (im deutschsprachigen Raum alleine ca. 200, weltweit wahrscheinlich über 400), haben derzeit nur die Psychoanalyse, die Tiefenpsychologie und die Verhaltenstherapie die hohen Ansprüche an Wissenschaftlichkeit und Effektivität ausreichend erfüllt. Deshalb werden derzeit auch nur diese drei von den gesetzlichen Kassen anerkannt und eine Behandlung finanziert. Mindestens drei weitere Verfahren, die Gesprächstherapie, die Gestalttherapie und Hypnotherapie, scheinen kurz vor dem Überspringen dieser Hürde zu stehen (hier dürften auch einige besitzanspruchswahrende Faktoren der bereits zugelassenen Verfahren eine gewisse Rolle spielen, dass deren Anerkennung sich z.T. sehr langwierig gestaltet...).